M-Tech®L
Laminierte Zwischenlagen
Beim Zusammenbau von Bauteilen können mit M-Tech®L laminierte Zwischenlagen (eng. laminated shims) einfach und schnell Toleranzen ausgeglichen werden.
M-Tech®L Schichtblech (ursprüngliche Name Laminum®) wird einfach auf die erforderliche Materialstärke bzw. Toleranz abgeschält. So kann mit einem einzigen Ausgleichselement die Bauteiltoleranz individuell ausgeglichen werden. Das M-Tech®L Schichtblech besteht aus einer Vielzahl vollflächig aufeinander laminierten, dünnen Metallfolien. Diese können durch Abschälen von Hand in der Gesamtstärke Schicht um Schicht, d.h. Folie um Folie, im Hundertstel Millimeterbereich verringert werden.
Neu! M-Tech®L PET
Die schälbare Zwischenlage M-Tech®L PET von Georg Martin GmbH basiert auf dem Polyethylenterephthalat (PET) Mylar® von Dupont® und besteht aus mehreren 0,10 mm dicken laminierten Kunststoff-Folien. Das PET zählt zur Gruppe der Flächenisolierstoffe der Isolierstoffklasse B und zeichnet sich durchaus:
Leicht, geringe Dichte von etwa 1,3 kg/ dm3
Hitze- und kältebeständig (-70°C bis 150°C)
Hohe Zug- und Reißfestigkeit
Chemische, mechanische und thermische Stabilität
Gute elektrische Isolation (elektrische Durchschlagsfestigkeit etwa 180 V/μm).
Beispiele der Anwendungen für M-Tech®L PET:
In Fahrzeugbau, Luftfahrt sowie Elektro- und Messtechnik
Als gewichtssparende Ideallösung für Leichtbau-Konstruktionen, bei denen verschiedenen Funktionseinheiten elektrisch isoliert werden müssen.
Im Generatoren- und Transformatorenbau. Hier kann M-Tech®L PET als Toleranzausgleich mit Isolatorwirkung eine Doppelfunktion übernehmen – etwa bei der Flanschisolierung
Auswahl eines Schichtblechs
Festlegung der Dicke
Für die Bestimmung der Dicke des Schichtblechs ist der theoretisch maximale Spalt zwischen den Bauteilen ausschlaggebend. Zu dieser theoretischen Dicke sollte noch ein kleiner Aufschlag gegeben werden. Mit den Werten maximaler Spalt plus Aufschlag kann man dann entsprechend aus dem Sortiment an Tafelhalbzeugen das nächste dickere Material auswählen. Liegt die theoretische Dicke bei 3,1 mm, dann würde man das M-Tech®L mit der Standarddicke von 3,2 mm auswählen.
In der Praxis erhält man die Maße u.a. mit Hilfe von einer Fühlerlehre oder durch das Abprägen der Bauteiltoleranz in weiche Werkstoffe.
Bestimmung des Materials
Es lassen sich aus dem Schichtblechsortiment fünf verschiedene Grundwerkstofftypen in zwei unterschiedlichen Folienstärken auswählen. Neben den weit verbreiteten Werkstoffen Aluminium 99,5, Stahl unlegiert, nichtrostender Stahl und Messing gibt es auch eine Aluminium Knetlegierung AlMg3,0, die in Ihrer Festigkeit des Schichtblechs der des Stahltypen nahe kommt.
Zum Vergleich der Materialfestigkeiten finden Sie Untersuchungsergebnisse zu E-Modul und Rp0,2 Werten in folgendem Dokument.
Mechanische Festigkeitswerte (152 KB)
Handhabung
Zum Anschälen der Schichtblechfolien kann ein Messer oder eine Feile verwendet werden. Durch Kratzen entlang der runden Stanzkante wird die oberste Folie mit einer hebenden Bewegung abgezogen. Größere Arbeitssicherheit und Schnelligkeit kann durch den Gebrauch von Handschuhen erreicht werden. Die M-Tech®-Handschuhe bieten einen erhöhten Schnittschutz und eine gute Feinfühligkeit im Umgang mit sehr dünnen Metallfolien.
Sowohl die Handschuhe als auch das Messer können als Zubehör bestellt werden. Zur Artikelansicht gelangen Sie hier.
Zubehör und Hilfsmittel
Eine Schälanleitung ermöglicht ein besseres Verständnis für das Schälen. Unsere Materialien werden ständig auf gute Schälbarkeit überprüft. Finden Sie dazu folgend die Anleitung.
Schälfilm im FLV Format, 5,6 MB
Schälanleitung in PDF Form
(131 KB)
Bearbeitung
M-Tech®L lässt sich stanzen, nibbeln, zerspanen und Draht erodieren. Schnittgeschwindigkeiten, notwendige Stegbreiten des Produktes und Bearbeitungskräfte sind dem Material anzupassen. In unserer eigenen Produktion kommen im Wesentlichen Stanzvorgänge zum Einsatz.
In Sonderfällen kann auch zerspanend gearbeitet werden. Stanz- und Nibbeltechnik ergeben eine runde Kante, die besonders gute Möglichkeiten zum Anschälen bietet.
Gestaltung der Fügestelle
Die Schichtbleche lassen keine gekrümmten Flächen zu.
Es ist zu beachten, dass für das Passelement keine Stegbreiten kleiner als die Materialdicke entstehen. Die Zwischenlage sollte am besten stets voll von den Bauteilen überdeckt sein, da sich sonst bei längeren, ungünstigen Belastungsvorgängen Folienpartikel lösen könnten.
Belastungshinweise
Temperatur: Bei Temperaturen weit unter 0°C und über 120°C sollten fallweise Belastungstests unternommen werden.
Druckarten: In der Regel sollte das Schichtblech immer unter Vorspannung gehalten werden. Statische und schwellende Belastungsarten sind möglich – wobei die Festigkeitswerte für das Schichtblech nur für statische Belastungen ermittelt wurden. Dynamische Belastungen wie zum Beispiel Schläge, wo teilweise keine Vorspannung mehr gegeben ist, sind nicht ratsam. Hier sollte man auf M-Tech®S Materialien (massive Zwischenlagen) ausweichen. Eine Übersicht zu präzisen Ausgangsmaterialien für Zwischenlagen finden Sie hier.
Materialliste M-Tech®S (203 KB)
Schichtbleche sind nachgiebiger als massive Werkstoffe, damit wirken Sie in einigen Fällen dämpfend. Ihre Elastizitätsgrenze (Rp0,2) liegt dabei knapp unter dem eines hart gewalzten Blechs gleicher Dicke. Somit ist eine grundsätzliche Verwendung in den meisten Anwendungen – selbst bei hoher Belastung – möglich. Für Sonderfälle ist eine Einzelfallprüfung beim Kunden empfehlenswert.
Eine Übersicht zu Ergebnissen von Materialfestigkeiten finden Sie in zwei Tabellen unterteilt nach Dicke der einzelnen Metallfolien im Schichtblechlaminat.
Mechanische Festigkeitswerte (152 KB)